Wie mich das Aufräumen meiner Küche aus dem Burnout holte

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Ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht von Unmani Kuchinsky, Köln

Ich habe zwei Berufe. Einerseits bin ich festangestellte Sozialpädagogin in Teilzeit und andererseits bin ich Aufräumerin bei Ordnungsservice.com. Ich nenne dies mein Standbein und mein Spielbein.

Durch einen neuen Betriebsinhaber in meinem Hauptberuf wurden langjährige Organisationsstrukturen vollkommen umgestellt. Der Druck auf uns Kollegen erhöhte sich dadurch auf ein unerträgliches Maß. Unverständnis und Mobbing verschlechterten das Arbeitsklima.

Das Aufräumen mit meinen liebenswerten Kund*innen an den Wochenenden war mein gesunder Gegenpol zu dieser kräftezehrenden Situation. Doch immer mehr „fraß“ mein Standbein all meine Energie wieder auf. Die Balance zwischen Standbein und Spielbein stimmte nicht mehr. Meine Kraft schwand. In dieser Zeit rutschte ich immer mehr in eine tiefe Erschöpfung. Ich bekam für mich selbst nichts mehr zustande.

Es zeigte sich als erstes in meiner Küche. Ich war nicht mehr in der Lage, selbstfürsorgend und liebevoll mit mir umzugehen. Geschweige denn, gesund zu kochen. Ich war mitten in einem Burnout und merkte es nicht – bis ich einen richtigen, mentalen Zusammenbruch hatte. Um mich dieser für mich toxischen Situation zu entziehen, holte ich mir ärztliche und psychologische Unterstützung.

Der rettende Impuls

In einer Werbung wurde ich auf ein wunderbares Buch von zwei amerikanischen Autorinnen aufmerksam: Happy at Home von Clea Shearer und Joanne Teplin. Bereits beim Lesen der Kurzfassung und beim Betrachten der Fotos auf dem Buchdeckel spürte ich einen freudigen Impuls in mir. Meine Augen und meine Neugier wurden größer und ich bestellte dieses Buch. Ich konnte kaum erwarten, es in den Händen zu halten und loszulegen!

Dann war das Buch endlich da! Und es war genauso toll, wie ich es erwartet hatte – wunderbare Fotos von herrlichster Ordnung in Regalen und Schränken!!! Nach Regenbogenfarben sortiert in klaren und einheitlichen Behältern :-). Modern, ästhetisch und praktisch!!! Ich konnte mich kaum sattsehen. Oh, wie toll! Ich spürte genau, dies war mein erster Schritt aus dem Burnout! Und dann begriff ich: Ordnung gibt innere Ruhe. Sie beruhigt und schafft Klarheit. Allein schon das anschauen der Fotos hatte etwas Heilsames. Das war genau das, wonach ich mich sehnte!

Ordnung ist die Lösung!

Ich kam aus meiner Lähmung heraus und legte los. Ich kaufte einheitliche und schicke durchsichtige Boxen und Behälter – so, wie im Buch empfohlen. Die Anleitungen darin gaben mir Orientierung.

Als erstes war mein Gewürzschrank fällig – der störte mich schon länger. Ich sortierte alles aus, was abgelaufen und zu viel war. Danach stellte ich die Gewürze nach Gruppen zusammen, beispielsweise Curry, Paprika und Chili, getrocknete Kräuter … Jede dieser Gewürzgruppen bekam nun einen passenden Sammelbehälter mit entsprechender Beschriftung. Diese Beschriftung hilft mir, das benutzte Produkt immer wieder schnell in die richtige Box zurückzustellen. Gleichzeitig erhalte ich die Ordnung und Übersicht in meinem Gewürzschrank.

Auch für meinen Unterschrank verwendete ich Behälter. In meiner Küche ohne Schubladen sind flache Boxen die perfekte Ordnungslösung, alles übersichtlich unterzubringen. Ich nutze sie für großes Kochbesteck, Servietten, Geschirrtücher und Zwiebeln.

Der Kühlschrank musste auf jeden Fall auch noch dran, weil ich es nicht mag, wenn die Regalböden darin schnell verschmutzen. Für eine ganz klare Übersicht habe ich dort durchsichtige Kühlschrankbehälter zum Sortieren für Käse, Obst und Aufstriche gewählt.

Beschriftung schafft Übersicht

Zu guter Letzt hatte ich für meinen Vorratsschrank einheitliche Schraubverschlussgläser besorgt. Diese mit dem rotkarierten Deckel fand ich besonders hübsch. Die Beschriftung ist hierbei besonders wichtig. Trockenvorräte lagern etwas länger, daher ist es wichtig, zu wissen, was in den Gläsern drin ist. Ich verwende generell gerne einen Permanentmarker, weil die Schrift wischfest ist. Dazu kommt: Wenn ich alles selbst schreibe, sieht alles einheitlich und schön ordentlich aus.

Noch ein Tipp: Früher hatte ich immer sehr große Behältnisse aus Glas. Dadurch habe ich immer große Mengen gekauft und mir sind oft Lebensmittel verdorben. Heute kaufe ich lieber kleinere Portionen, daher habe ich dazu passend auch kleinere und mittlere Gläser gewählt.

Mein Fazit: Mein eigenes Projekt hat mir persönlich wieder frische Energie gegeben und das Beste war, ich habe das erste Mal nach langer Zeit für mich selbst wieder richtig Freude empfunden!

Mittlerweile habe ich alle Bereiche meines Haushalts überprüft und hier und da noch bessere Ordnung für mich geschaffen. Als Ordnungscoach hat man ja immer wieder neue Ideen dazu :-).

Meine Botschaft für Euch: Ordnung zu schaffen beruhigt die Sinne. Das Beschäftigen mit den eigenen Dingen kann ein erster Impuls sein, auch in Krisenzeiten wieder die eigene positive Mitte zu finden.

Mehr Ordnung in der Küche

Wenn Du gerne weitere Tipps zum Thema Ordnung in der Küche lesen möchtest, findest Du auch in unserem Blogartikel Ordnungssystem Küche einige Anregungen.

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