Ordnungshelfer – ein Riesengeschäft

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Man findet unendlich viele Modelle im Handel. Und nahezu jede Woche sind welche in der Werbung. Der Bedarf an Organisationsprodukten ist scheinbar riesig – Ordnung schaffen ist Zeitgeist. Es ist ein gutes Geschäft für den Handel. Sei es ihm gegönnt, aber:

Sind alle Ordnungshelfer wirklich sinnvoll?

Gedanken von Tanja Priefling, Ordnungspartnerin in der Region Saarbrücken und Kaiserslautern

Ordnungshelfer = Gegenstände, die Dir dabei helfen sollen, Ordnung in dein Zuhause zu bringen.

Mittlerweile gibt es ja für fast jeden Gegenstand eine eigens dafür hergestellte Aufbewahrungsmöglichkeit. Kennst du die speziellen Kleiderbügel für Halstücher, Schals, Gürtel oder Krawatten? Oder eine Unterteilung für die Sockenschublade, in der jedes Sockenpaar sein eigenes Fach hat? Oder eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Fernbedienungen? All diese Dinge versprechen dir, endlich Ordnung zu halten und tun es am Ende leider doch nicht.

„Warum ist das so?“, fragst Du Dich. Die Antwort ist ganz einfach: Du hast nicht nach diesen Ordnungshelfern gesucht. Du hattest gar keinen Bedarf, diese bestimmte Aufbewahrungsmöglichkeit zu kaufen. Es ist dir lediglich angeboten worden.

Im Laden hast du die tolle Aufbewahrungsmöglichkeit für Fernbedienungen gesehen und in die Hand genommen. Du hast dir vorgestellt, wie schön es wäre, wenn diese auf deinem Couchtisch stehen würde und alle Fernbedienungen ordentlich darin einsortiert wären. Zuhause wirst du nach ein paar Tagen feststellen, dass es irgendwie nicht funktioniert. Irgendwie ist das Kästchen gar nicht so praktisch. Es ist sogar relativ umständlich und zeitaufwändig, die Fernbedienungen jedes Mal wieder ordentlich da reinzustellen.

Hat es dich überhaupt gestört, dass die Fernbedienungen bisher einfach so auf dem Tisch lagen?

Ordnungshelfer sind nur dann sinnvoll, wenn du zuerst Zuhause für dich ein Problem erkennst und gezielt nach einer Lösung suchst.

In dem Fall wären es die Fernbedienungen, die immer offen auf dem Tisch liegen. Du wünschst dir eine schöne Aufbewahrung dafür.

Bevor du dir aber tatsächlich eine kaufst, verwende doch erst einmal eine kleine Kiste oder ein kleines Körbchen, welches du schon Zuhause hast. Dann kannst du erst einmal in Ruhe ausprobieren, ob die Verwendung wirklich sinnvoll ist und dein Problem löst. Vielleicht wirst du schnell feststellen, dass es total unpraktisch ist oder dass eigentlich sowieso nur zwei Fernbedienungen regelmäßig benötigt werden, diese auf dem Tisch gar nicht stören und die restlichen Fernbedienungen problemlos in der Schublade verstaut werden können?

Oder du bist von deiner Idee total begeistert und kommst mit dem ausgewählten Körbchen bereits prima zurecht? Und wenn die Idee zwar gut ist, das Körbchen aber doch nicht richtig passt, dann kannst du dich ganz gezielt auf die Suche nach einer geeigneten Aufbewahrungsmöglichkeit machen – eine die genau zur dir passt.

Das Besondere: Du weißt jetzt genau, nach was du suchst. Wenn du dich dann für den passenden Gegenstand entschieden hast, kannst du ihn Zuhause direkt verwenden und dich daran freuen. Du musst nicht mehr, wie bisher, mit einem Experiment starten und dann frustriert feststellen, dass der Gegenstand das Versprechen – endlich Ordnung in einen bestimmten Bereich zu bringen – nicht gehalten hat. Und er dann anschließend wieder nur unbenutzt in irgendeinem Schrank rumliegt.

Damit Ordnung funktioniert, muss sie einfach sein.

Komplizierte Sachen funktionieren nicht. Und vielleicht muss es gar nicht immer und überall eine ganz spezielle Aufbewahrungsmöglichkeit sein. Meist reichen ganz einfache Ordnungshelfer wie Kisten in verschiedenen Größen oder Stehsammler in verschiedenen Ausführungen zum Ordnung schaffen. Auch, wenn jeder andere Ordnungshelfer für sich schön ist und auch seine Daseinsberechtigung hat, ist eben doch nicht jeder für jeden geeignet.

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