Älter werden … daran kommen wir nicht vorbei. Gut, dass es so ist – wir brechen jeden Tag aufs Neue unseren persönlichen Altersrekord, das ist doch toll! Na klar, älter zu werden bringt Veränderungen mit sich – wir werden mit jedem Lebensjahr weiser. Dazu gehört auch, dass wir unsere Lebensweise anpassen und mehr und mehr auf uns aufpassen. Daher widme ich mich heute zwei sehr wichtigen Themen der Sparte „Ordnung und Alter“, um die wir uns bereits mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter kümmern sollten.
Jaaaa, richtig gelesen: Mit dem Erwachsenenalter und nicht erst mit dem Übergang in den beruflichen Ruhestand!
Ich bin Carola Böhmig, Gründerin von OrdnungsService.com – mit diesen beiden Themen trete ich meiner Kundschaft hartnäckig auf die Füße, egal in welchem Alter. Denn ich halte es für unverzichtbar, diese wichtigen Angelegenheiten für alle Familienmitglieder baldmöglichst zu regeln. Es versteht sich von selbst, dass meine Familie und ich dahingehend bereits seit Jahrzehnten gesichert sind und wir unsere Festlegungen alle 5 Jahre prüfen und ggf. aktualisieren.
Nun, um welche Themen von Ordnung und Alter geht´s …?
Es ist eigentlich ganz einfach: Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht sind zwei wichtige Instrumente der persönlichen Vorsorge. Beide regeln, was passieren soll, wenn du selbst nicht mehr entscheidungsfähig bist – etwa durch Krankheit, Unfall oder altersbedingte Einschränkungen. Dennoch haben sie unterschiedliche Funktionen. Hier die Unterscheidung und die Gründe, warum beides sinnvoll ist:
1. Patientenverfügung – Was ist das?
Definition:
Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung, in der du im Voraus festlegst, welche medizinischen Maßnahmen du in bestimmten gesundheitlichen Situationen wünschst oder ablehnst – etwa bei schwerer Krankheit, Koma, Hirntod oder im Sterbeprozess.
Beispielhafte Inhalte:
- Ablehnung oder Zustimmung zu künstlicher Ernährung, Beatmung, Schmerzbehandlung, Reanimation
- Wunsch nach palliativmedizinischer Versorgung
- Hinweise auf religiöse oder ethische Überzeugungen
Warum sinnvoll?
- Du bestimmst selbst über medizinische Maßnahmen – auch wenn du nicht mehr kommunizieren kannst.
- Ärzte und Angehörige wissen, was du willst – das entlastet emotional.
- Du schützt dich vor Behandlungen, die du nicht möchtest (z. B. lebensverlängernde Maßnahmen im Endstadium einer Krankheit).
2. Vorsorgevollmacht – Was ist das?
Definition:
Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigst du eine oder mehrere vertraute Personen, in deinem Namen rechtliche und persönliche Angelegenheiten zu regeln, wenn du das selbst nicht mehr kannst.
Typische Bereiche:
- Gesundheitsangelegenheiten (z. B. Zustimmung zu Operationen)
- Vermögensangelegenheiten (z. B. Kontoverwaltung, Vertragsabschlüsse)
- Aufenthaltsbestimmung (z. B. Unterbringung in Pflegeeinrichtungen)
- Behördenangelegenheiten
Warum sinnvoll?
- Du bestimmst, wer für dich handelt, statt dass ein Betreuer durch das Gericht eingesetzt wird.
- Du vermeidest unnötige gerichtliche Betreuungsverfahren.
- Der Bevollmächtigte kann im Ernstfall schnell und ohne bürokratische Hürden Entscheidungen treffen.
Warum brauchst du beides?
| Aspekt | Patientenverfügung | Vorsorgevollmacht |
|---|---|---|
| Regelt medizinische Maßnahmen selbst | ✅ | ❌ |
| Bevollmächtigt eine Person zur Entscheidung | ❌ | ✅ |
| Gilt nur für medizinische Situationen | ✅ | ❌ (auch Finanzen, Behörden etc.) |
| Ergänzen sich sinnvoll | ✅ | ✅ |
Du brauchst beides, weil die Patientenverfügung nur dann greift, wenn eine konkrete medizinische Situation vorliegt. In vielen Fällen muss aber jemand deine Interessen durchsetzen – dafür ist die Vorsorgevollmacht da. Ohne sie müssten Gerichte ggf. einen Betreuer bestimmen, den du nicht kennst.
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, diese Dokumente zu erstellen – du findest viele Anregungen, auch kostenlose, dazu im Netz. Auch deine Krankenkasse ist eine gute Adresse dazu. Es versteht sich von selbst, dass darüber hinaus Rechtsanwälte und Notare hier sehr solide Absicherung gewährleisten.
Also, sofern du hier noch nicht aktiv gewesen bist ist hier meine klare Bitte an dich: Kümmere dich darum. Es macht nicht so viel Arbeit und im Ernstfall geschieht das Drumherum in deinem Sinne. Am besten legst du einen Notfallordner für die wichtigen Unterlagen an. Falls du allein nicht den Weg dazu findest – wir Ordnungsexpert*innen geben dir gerne den Anschwung und stehen dir zur Seite, bis du deine persönliche „Ordnung und Alter“ geregelt hast. Egal, ob du bereits älter oder noch recht jung bist.
