Mit einem Haushaltsbuch den Überblick über die eigenen Finanzen behalten.  
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Oder anders gefragt:  Ist es gerade in der heutigen Zeit, in der jeder noch mehr auf seine Ausgaben achten muss, wieder sinnvoll ein Haushaltsbuch zu führen?

Die Adventszeit ist schon da. Weihnachtsgeschenke werden gekauft und als Weihnachtsdekoration findet man auch jedes Jahr etwas Neues. Klar ist: Im Dezember wird viel Geld ausgegeben. Und dann folgt der Januar – der ist bekanntlich der Monat mit den meisten Ausgaben. Da bietet es sich doch an, gleich ab Januar mit dem Haushaltsbuch führen zu beginnen.

 

Hast du jederzeit den Überblick über deine bzw. eure Ausgaben? 

Hast du die ganzen Abbuchungen, die mit der Karte gezahlt werden, im Blick? Weißt du genau, wie viel Geld dir und deiner Familie monatlich zum Ausgeben übrig bleibt, nachdem alle Fixkosten abgebucht sind? 

Ein Haushaltsbuch führen hilft, den Überblick über die Einnahmen und vor allem über alle Ausgaben zu behalten. 

Immer häufiger wird mit dem Handy oder der EC-Karte bezahlt.  Der Kaffee zum Mitnehmen morgens beim Bäcker, das Mittagessen, das man sich in der Mittagspause liefern lässt (Vesper zu Hause vorbereiten und mitnehmen war gestern). Selbst Mini-Beträge im Supermarkt werden mit der Karte bezahlt. Und das Online-Shoppen ist ja sowieso immer beliebter. Aufs Knöpfchen drücken und schon ist bezahlt. Egal ob auf dem Konto noch ein Plus ist, dann wird halt überzogen. 

Da muss man doch den Überblick verlieren! Kein Wunder, dass das Geld nie bis Ende des Monats reicht. 

Ordnungsexpertin Silvia Fromm aus dem Raum Würzburg führt seit vielen Jahren ihr Haushaltsbuch – ganz klassisch in einer Excel-Tabelle.

 

Wie führt man ein Haushaltsbuch?

In einem Haushaltsbuch trägt man auf einer Spalte die Einnahmen ein – damit ist gemeint die Art der Einnahme, also Gehalt, Kindergeld, Unterhalt etc.. Und in der anderen Spalte stellt man die Ausgaben, wie Miete, Strom, Versicherung, Mitgliedsbeiträge, usw. gegenüber. Die Summen werden jeweils in der untersten Zeile addiert und schon siehst du, ob die Einnahmen höher sind, als die Ausgaben.  Wenn nicht, bedeutet das eindeutig: Sparen! 

So legt ihr einen  „Beispielmonat“ an: 

Juli             
             
Einnahmen        Ausgaben     
             
250,00    Rest Vormonat    650,00    Miete 
1800,00    Gehalt    160,00    Strom 
220,00    Kindergeld    30,00    Handy 
      25,00    Streamingdienst 
        90,00    Sportstudio 
                100,00     Kindergartenbeitrag 
             
        2270,00     Gesamteinnahmen    1055,00    Gesamtausgaben 
-1055,00             
1215,00    Zur Verfügung         
             

 

So könnte ein Haushaltsplan für einen Monat aussehen. Die Zahlen sind hier erfunden. Jeder Monat verändert sich, die Ausgaben verändern sich. Manchmal verändern sich auch die Einnahmen. Bestenfalls legst du für jeden Monat eine Seite an. Dann trage die regelmäßigen Einnahmen (Gehalt) und die Ausgaben, wie Miete, Strom etc. monatlich ein. Dazu dann z. B. im Januar die Versicherungsbeiträge, die jährlich bezahlt werden. Und alle vier Monate die Rundfunk- und TV-Gebühren. Die Kfz-Steuer ist in welchem Monat? Gleich eintragen.  Die Hundesteuer zahlt man auch nur einmal im Jahr, gleich in den passenden Monat eintragen. Damit bekommst du schnell den Überblick über die Ausgaben, die regelmäßig abgebucht werden. 

Du kannst das natürlich gerne auf dem Handy, IPad etc. einrichten. Oder nimm einfach ein Schulheft und male die Spalten. So, wie es für dich am besten passt.
 

Und was macht ihr mit dem Betrag, der euch zur Verfügung steht?  

Mein Tipp: Versuche 10 bis 15 Prozent nicht auszugeben, das wird deine bzw. eure eiserne Reserve. Damit das Konto nicht überzogen werden muss, wenn die berühmte Waschmaschine kaputt geht. Oder es wird schon ein bisschen für den nächsten Urlaub gespart. 

In unserem Beispiel wären dann ca. 1000 Euro zum AUSGEBEN.
 

Klingt erstmal nach ganz schön viel. Aber weisst du eigentlich wieviel Geld du bzw. deine Familie für was ausgibst? 

Ob der Betrag per Karte ausgegeben wird oder mit Bargeld – wofür eigentlich wird das Geld ausgegeben?

Und hier empfehle ich, eine zweite Liste zu führen – gerne auf einem Blatt Papier. 

 

Sei konsequent: Schreibe mal für einen oder zwei Monate auf, für was genau das Geld ausgegeben wird. Dann bekommst du ein Gefühl, wo die Euros bleiben. 

Lebensmittel – Drogerieartikel   – Benzin –  Online-Shoppen – Sonstiges (z. B. Geschenke, Reinigung, Autoreparatur, etc.): Konsequent jeden Abend überlegen, für was hab ich heute Geld ausgegeben? Und da zählt auch das Brötchen beim Bäcker oder der Kaugummi an der Tankstelle dazu. Vielleicht versuchst du auch mal, jeden zweiten Tag nichts auszugeben. So als kleine Challenge :-).  Manche Käufe werden dabei von alleine „überflüssig“. 

 

Nach dieser Zeit hast du ein Gefühl bekommen, wo dein bzw. eurer Geld hingeht. Dann weißt du genau, dass beispielsweise. ca. 400 Euro für Lebensmittel, 50 Euro für Drogerieartikel, 100 Euro für Kleidung, im Durchschnitt 100 Euro Benzin und 350 Euro für Sonstiges/Überraschendes ausgegeben werden. Und du wirst dich freuen, wenn am Ende des Monats doch wieder etwas Geld übrig geblieben ist.

Probiere es aus und du wirst ein besseres Gefühl für dein/euer Geld bekommen. So kann man Versuchungen leichter widerstehen, denn vielleicht hast du bzw. habt ihr gemeinsam erkannt:

 

„Wirklich reich ist man, wenn man weiß, was man alles nicht braucht.“

Und ganz wichtig: Du bzw. ihr behaltet den Überblick über eure Finanzen – nicht die Bank!

 

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