Die Masse an Fotos, die wir tagtäglich fabrizieren ist schier unglaublich. Die Gedanken „ich sollte endlich meine Fotos sortieren“ klebt wie eine ewige Mahnung in unseren Gedanken. Aber wir „kriegen die Kurve nicht“, weil uns die Aufgabe so endlos erscheint.
Früher hatte man einen Film mit 36 Bildern. Es wurde genauestens überlegt, was fotografiert wird. Der Film war sonst einfach zu schnell voll. Dann musste er auch noch zum Entwickeln und Fotos anfertigen weggebracht werden. Es hatte also auch noch ein paar Tage gedauert, bis sie endlich fertig waren. Und man wusste davor nie, ob sie „etwas geworden“ waren: Überraschung. Seufz. Was nicht gefiel, liess man gleich da zur Entsorgung.
Dank des Smartphones ist alles nicht mehr so aufwändig und man kann einfach drauf losknipsen.
Aber im Vergleich betrachtet: Diese vielen unnötige Bilder hätten wir früher gar nicht erst mit nach Hause genommen.
Aber da sind sie nunmal. Was kann uns also heute dabei helfen, unsere vielzähligen Fotos – das betrifft analoge als auch digitale Bilder – zu sortieren?
Analoge Fotos sortieren
Analoge Fotos sortieren sich am besten dadurch, sie in ein schönes Album einzukleben oder in einer Fotokiste aufzubewahren … am besten nach Jahren sortiert.
In Alben kann man Kommentare reinschreiben, aber lose Bilder sollten besser direkt beschriftet werden (z.b. Wer, wann, wo?).
Was man wissen muss: Leider können Bilder und Dias durch falsche Lagerung oder Temperaturschwankungen kaputt gehen. Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, alte Dias und Fotos zu digitalisieren:
Entweder kauft man dafür einen Fotoscanner oder nutzt Apps (wie z.B. Google PhotoScan).
Die gescannten Bilder kann man dann in einem eigens dafür angelegten Ordner „Familienarchiv“ speichern.
Sollte es sich jedoch um eine größere Menge an Bildern handeln, lassen sich inzwischen Dienstleister dafür nutzen. Denn Hand auf’s Herz: Wir gucken alle gerne Bilder an, aber wer nimmt sich wirklich die Zeit alle Bilder einzeln einzuscannen?
Digitale Fotos sortieren
Digitale Fotos zu sortieren ist ein deutlich größerer Aufwand. Ganz vorne steht dabei das Aussortieren: Alle doppelten und unscharfen oder sogar ganze Fotoserien des selben Motivs können gelöscht werden.
Hier kann man sich bereits die Technik des Handys zu Hilfe nehmen, denn doppelte Bilder erkennt das Gerät meist gut.
-Iphone (iOS): In „Fotos“ unter „Sonstiges“ werden im Ordner „Duplikate“ doppelte Bilder angezeigt und können zusammen geführt werden
-Samsung (Android): In „Eigene Dateien“ auf „Speicher analysieren“ gehen und unter Punkt „Doppelte Dateien“ löschen
-Google (Android): In „Files“ im Menü links oben “Bereinigen“ auswählen und löschen lassen
Vorausschauende Planung
Vor allem Messenger wie WhatsApp speichern alle Bilder ab. Diese Funktion kann man ausschalten und so den wertvollen Speicherplatz frei halten. Die eh schon sehr große Flut an Fotos wird so direkt kleiner gehalten. Und wer braucht schon Fotos aus einer Flohmarkt- oder Fitnessgruppe?!
Routine zum „Fotos sortieren“ etablieren
Um seine Ziele zu erreichen, ist es sinnvoll, neue Routinen zu etablieren. Bei mir lautet sie ganz klar: am Monatsende werden Fotos aussortiert.
Das geht immer und überall! Also anstatt im Wartezimmer beim Arztbesuch oder auf dem Stuhl beim Friseur anstelle Zeitschriften durchzublättern lieber hierfür Zeit nehmen. Oder statt abends auf Social Media Doomscrolling zu begehen, lieber in Erinnerungen schwelgen! Stelle dir eine wiederkehrende Erinnerung hierfür, dann klappt es auch regelmässig.
Ich poste gerne Fotos von Ausflügen in meinem Whatsappstatus. Wenn ich also die geknipsten Bilder auf der Heimfahrt angucke, lösche ich die schlechten direkt raus und habe so später weniger zu tun.
Speicherort auswählen
Fotos sortieren heißt auch sich mit einem geeigneten Speicherort auseinander zu setzen.
Am einfachsten ist es sicher, seine Daten in eine Cloud zu laden.
Die großen Player wie Amazon und Apple bieten alle eigene Dienste an. Wenn man sich allerdings Gedanken um die Sicherheit seiner Daten macht, bieten Nicht-US-Unternehmen meist eine stärkere Verschlüsselung.
Um jedoch wirklich auf Nummer sicher zu gehen, ist es empfehlenswert zusätzlich zur Cloud eine (externe) Festplatte zu nutzen. Die Cloud kann nicht einfach kaputt gehen, wie es vielleicht eine Festplatte tut, aber dafür ist die Festplatte sicherer vor einem Hackerangriff.
Speicherstruktur festlegen
Nachdem du dich um den Speicherplatz gekümmert hast, kannst du endlich zum wirklichen „Fotos sortieren“ kommen. Dazu musst du eine Grundstruktur festlegen: am besten so, dass jede/r mit Zugriff dein System sofort versteht. Es empfiehlt sich, Alben/Ordner für größere Events wie Urlaub, Geburtstag, Weihnachten, Sommerfest zu erstellen. Wie die dann sortiert werden können, könnte folgendermaßen aussehen:
A) Chronologisch
Ordner nach Jahr → Monat → Ereignis
Fotos 2026
- 2026-3 Urlaub Italien
- 2026-5 Taufe
- 2026-2 Weihnachten
B) Thematisch
- Familie
- Reisen
- Feste
- Arbeit
- Zuhause
- Garten
- Verein
C) Ausführlich
Fotos 2026
- 2026-3. Reisen – Urlaub Italien
- 2026-5. Familie – Taufe
- 2026-12. Feste – Weihnachten
Ich nutze A für mich selbst, die chronologische Reihenfolge.
Oft fällt mir das Jahr ein, in dem Etwas stattgefunden hat, und so finde ich schnell meine gesuchten Bilder. Tatsächlich habe ich vorhin Urlaubsbilder gesucht und bin über die Schwangerschaft meiner Schwägerin schnell auf das Jahr gekommen.
Na, du kennst dich selbst am besten und weißt, welche Sortierung für dich logisch sein wird.
Bist du nun bereit, deine Fotos zu sortieren?
Hoffentlich konnte ich dir etwas Licht und Motivation ins Dunkle, vor allem des „Handy Fotos sortieren“ bringen und du startest nun motiviert in den digitalen Frühjahrsputz. Ich würde mich freuen.
Deine Julia Kaminsky,
Aufräumexpertin im Raum Darmstadt-Mainz
