Die 1% Methode – meine Buchvorstellung
Heute möchte ich dir ein besonderes Buch vorstellen, dass mir sehr geholfen hat, meine Kunden besser zu verstehen.
Überraschenderweise handelt es sich nicht um einen Ordnungsratgeber, und auch nicht um ein Buch über ADHS oder Kaufsucht. Ganz im Gegenteil: In diesem Buch geht es um die Optimierung der Karriere, ums Abnehmen und viel um Sport. Uh, ist das überhaupt ein Thema für dich? Ja! Es ist der Spiegel Bestseller „die 1% Methode – minimale Veränderung, maximale Wirkung“ von James Clear.
Aber, was hat dieses Buch mit Ordnung zu tun?
Auf den ersten Blick: Nichts. Es geht nicht um Aufräumtipps, und schon gar nicht um das große „Jetzt-ändere-ich-endlich-alles“-Programm. Und doch habe ich beim Lesen ständig an meine Kunden gedacht. Denn vieles, was James Clear beschreibt, lässt sich wunderbar aufs Ordnung halten und lernen übertragen. Und auch auf das Gegenteil: Wenn die Motivation fehlt, man wieder zu viel kauft,oder hortet, und man sich nicht von Gegenständen trennen kann, obwohl die Wohnung keinen Platz mehr bietet.
James Clear erklärt diese Verhaltensmuster nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Geschichten aus dem Alltag – nachvollziehbar und voller Aha-Momente und Lösungsvorschläge.
Sind manche Menschen willensstärker als Andere?
Da unsere Blogartikel nicht zu lang werden sollen, picke ich zwei Beispiele heraus, die ich persönlich sehr beeindruckend fand: Warum sammeln meine Kunden immer wieder Dinge, die sie schon haben, nicht brauchen und für die sie keinen Platz haben? Das habe ich mich so oft gefragt. Interessanterweise ist auch Ihnen dieser Widerspruch bewusst. Und sie möchten liebend gerne damit aufhören. Aber jedes Mal wenn ich komme, stapeln sich wieder Bücher, Wolle oder Kochutensilien in der Wohnung. Oft noch nicht mal ausgepackt oder achtlos abgelegt.
Andere Kunden von mir hatten stattdessen gar keine Probleme aufzuhören, kaum hatten wir das Problem erkannt. Heute weiß ich: Der Unterschied liegt nicht in der Willensstärke, sondern im Auslösereiz. Und der kann sehr mächtig sein. „Moment. Auslöse-was?“
Wie funktioniert der Auslösereiz?
James Clear erklärt den Auslösereiz mit einem spannenden Beispiel: Nach dem Vietnamkrieg waren fast 90 % der US-amerikanischen Soldaten abhängig von Drogen. Die Sorge war groß. Denn üblicherweise schaffen es nur rund 30 % der Betroffenen, langfristig clean zu bleiben. Doch bei diesen Soldaten kam es anders: Kaum jemand wurde rückfällig.
Warum?
Weil der Auslösereiz verschwand.
In Vietnam war der Konsum allgegenwärtig: Leichter Zugang, kollektives Verhalten, ein hohes Maß an Stress. Die perfekten Bedingungen für Abhängigkeit.
Doch zurück in den USA fiel all das weg. Das Umfeld hatte sich verändert. Und mit ihm das Verhalten.
Aber, Was hat das mit dem Ansammeln von Dingen zu tun?
Mehr, als man denkt! Denn oft liegt die Herausforderung nicht in uns selbst, sondern in dem, was uns ständig triggert.
Kann denn die Wohngegend unser Verhalten beeinflussen?
Auf jeden Fall!
Gerade wenn es um Kaufsucht, Messie-Syndrom oder das Horten von Dingen geht, spielt unser Umfeld eine größere Rolle, als wir denken.
Ich habe Kunden, die in eher ruhigen Gegenden leben: Keine „Zu verschenken-Kisten“ auf dem Gehweg, keine Buchhandlungen die zum Stöbern einladen, kein Trödelladen mit entspannter Musik im Hintergrund. Und was soll ich sagen?
Dort fällt es ihnen leichter, sich von alten Mustern zu lösen.
Denn wenn der Auslösereiz fehlt, fällt auch die Versuchung weg.
Dann steht nicht an jeder Ecke ein „Komm, nimm mich mit“-Gegenstand und das macht es einfacher, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen.
Für mich war das eine echte Erkenntnis!
Die einen sind nicht disziplinierter oder willensstärker. Sie leben einfach nur nicht im Dauerangebot.
Zum Glück bietet James Clears Buch dazu praktische Lösungsansätze: Zum Beispiel den sogenannten „vorzeitigen Dopaminausstoß“ zu nutzen, um Impulse bewusst zu steuern – z.B. beim Impulskauf.
Vorzeitiger Dopaminausstoß?
James Clear erklärt, dass schon lange vor dem Essen eines leckeren Eisbechers, ein starker Dopamin-Ausstoß stattfindet, der sogar viel höher ist, als wenn man den Eisbecher dann endlich isst. Das ist die altbekannte Vorfreude. Diesen Effekt, so sagt er, kann man umprogrammieren: Koppeln wir nämlich alte Gewohnheiten, die wir aufgeben möchten, an eine Belohnung, verändern wir damit unsere Hirnstruktur.
Wenn wir zum Beispiel immer wieder zuviele Dinge in unsere Wohnung tragen, müssen wir uns belohnen, wenn wir erfolgreich mit leeren Händen zuhause ankommen.
Ist die Belohnung stark genug, dann fangen wir schon unterwegs an uns auf die neue Herausforderung zu freuen.
Das funktioniert auch mit Erledigungen, die uns keinen Spaß machen oder sogar eine Last sind. Dieser Artikel ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut diese Methode funktioniert. Da ich eigentlich nicht gerne am Computer arbeite, „darf“ ich nach getaner Computerarbeit immer auf dem Sofa abhängen und meine Krimis weiterlesen. Seit einiger Zeit freue ich mich auch schon auf das Schreiben, Und jetzt gerade habe ich sogar jede Menge Spaß dabei!
Ich bin Fe Rodekohr aus dem Raum Berlin. Ich hoffe, ich konnte dir hier einen neuen Impuls liefern, dich selbst besser zu verstehen. Probiere dich doch einmal neu aus.
