Für viele Menschen ist der eigene Keller eine Mischung aus Museum, Rumpelkammer und Müllhalde. Denn alles, was irgendwie überflüssig erscheint, aber zu schade ist, um weggeworfen zu werden, landet eben schnell im Keller. Und dann ist er da: Der Tag, an dem Sie mit neuen Kisten in der Hand ratlos in dem schmalen Gang zwischen ihren verstaubten Schätzen stehen. An dem Sie einfach nicht mehr wissen, wo Sie diese noch unterbringen sollen. Spätestens jetzt wird es Zeit, Ordnung zu schaffen. Denn wenn die Chaos-Geister des Kellers erst einmal die Macht übernehmen, wird die Hürde, „ich muss den Keller aufräumen“ für viele Menschen unüberwindlich.
Oft schleichend kann dies passieren: Die Unordnung beginnt, sich auch in der Wohnung auszubreiten.
Warum ist „den Keller aufräumen“ so wichtig?
Die Abgeschiedenheit des Kellers verlockt natürlich dazu, dort unten „im Dunkeln“ einfach alles zu stapeln, was in der Wohnung überflüssig ist. Aus den Augen, aus dem Sinn. Gegenstände, die es in die »Unterwelt« geschafft haben, bleiben dort meistens auch – und zwar für ziemlich lange Zeit. Und wie durch Zauberei scheinen sie sich auch von selbst zu vermehren.
Kisten mit altem Weihnachtsschmuck, Kinderfahrräder, auf denen niemand mehr fährt, die Skiausrüstung von Oma. Und das Hundekörbchen, aus dem der Welpe längst herausgewachsen ist – alles nimmt jede Menge Platz ein. Ungebrauchte Gegenstände werden – meist unbewusst – zur mentalen Belastung – denn alles, was uns gehört, kostet uns auch Energie. Wir müssen den Platz dafür bereitstellen und das ganze Sammelsurium muss gut und sorgsam verwahrt werden. An Ordnung ist irgendwann gar nicht mehr zu denken – es wird gestopft.
Je schneller Sie den Keller aufräumen, umso besser ist das also für Ihren Seelenfrieden. Denn über alles, was Sie beim Entrümpeln losgeworden sind, müssen Sie nie wieder nachdenken :-).
Den Keller Aufräumen hat noch einen weiteren positiven Aspekt: Wenn Sie einmal richtig Ordnung schaffen, finden sich ganz nebenbei viele Sachen an, mit denen Sie anderen Menschen eine große Freude machen können. Sie können überflüssige Gegenstände verkaufen oder verschenken und lernen dabei vielleicht sogar noch nette Leute kennen. Entrümpeln kann nämlich viel Spaß machen.
Wenn Sie richtig gut ausmisten und am besten gleich auch noch in der Wohnung alles durchsehen nach Dingen, die Sie nicht mehr brauchen, könnten Sie beispielsweise einen Nachbarschaftsflohmarkt organisieren. Oder Inserate ins Internet stellen. Oder Freunde zu einer Tauschparty einladen. Das Ausmisten des Kellers kann also zu einem richtig netten Event werden, bei dem Sie noch ein gutes Werk tun und alten Gegenständen ein neues Leben verschaffen. Zum Verständnis: Kein Kind hat etwas davon, wenn der Roller der inzwischen erwachsenen Tochter in der hintersten Ecke des Kellers verstaubt.
Wenn Sie den Keller aufräumen, werden Sie auch noch einen weiteren positiven Effekt feststellen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden immer wichtiger. Oft kaufen wir aber neue Sachen, weil wir einfach nicht mehr wissen, was sich alles im Keller befindet. Im Internet stehen aber viele kreative Tipps, wie Sie alten Sachen einen neuen Look verpassen können, für defekte Geräte gibt es in jeder Stadt Reparier-Cafés. Aber erstmal müssen Sie es angehen: Und den Keller aufräumen … oder aufräumen lassen.
Den Keller aufräumen mit System
Ordnung ist gut, darüber sind wir uns gewiss einig. Aber wo fangen Sie am besten an, wenn Sie Platz schaffen, aber nichts übersehen wollen?
Opas alte Münzsammlung wollen Sie sicher nicht verschenken, ohne ihren Wert zu kennen. Und manche Sachen wollen Sie bestimmt auch gar nicht hergeben. Sie brauchen also ein System, wenn Sie ausmisten, damit Ihnen das Chaos nicht über den Kopf wächst. Einfach mal Kisten aufzureißen, alles herausholen und noch mehr Chaos zu verbreiten wird Sie nur ganz fürchterlich demotivieren. Denn auch, wenn Chaos eine sehr kreative Sache ist: Früher oder später werden Sie sich fühlen wie das Aschenbrödel, wenn es die Linsen aus der Asche sammeln muss. Und das macht niemandem Spaß. Selbst dann nicht, wenn es zur Belohnung einen Prinzen und ein Schloss gibt … wer weiß schon, was sich im Keller des Schlosses alles stapelt?
Gehen Sie also mit System vor und lassen Sie sich Zeit. Setzen Sie sich nicht unter Druck, wenn Sie den Keller aufräumen, denn Entrümpeln kostet nun mal Zeit und Überlegung. Machen Sie es sich also gleich strategisch und legen Sie drei Listen an:
- Nutzen Sie die erste Liste für eine Bestandsaufnahme. Verschaffen Sie sich einen Überblick und schreiben Sie alles auf, die Sie gefunden haben.
- Die zweite Liste legen Sie dann an, um die gefundenen Gegenstände zu unterteilen. Was ist noch so gut, dass Sie es verkaufen können? Was könnten Sie an jemanden verschenken, der es wirklich gebrauchen kann? Welche Sachen sind kaputt oder unmodern, können aber repariert oder mit kreativem Upcycling wieder nutzbar gemacht werden? Und sicher werden Sie auch Gegenstände finden, die einfach nicht mehr zu gebrauchen sind, wenn Sie den Keller aufräumen. Machen Sie sich bei dieser Kategorie Gedanken darüber, wo und wie Sie die Abfälle entsorgen, die beim Entrümpeln leider auch immer anfallen.
- Die dritte Liste wird Ihnen am meisten Spaß machen, denn jetzt können Sie Ihre Freunde und Bekannten durchgehen und überlegen, wem Sie damit eine Freude machen können, dass Sie den Keller aufräumen. Wer ist gerade in seine erste eigene Wohnung gezogen und könnte Ihren alten Toaster brauchen? Wer kann gut nähen und würde bestimmt aus den alten Vorhängen witzige Taschen oder Kissenbezüge zaubern? Holen Sie sich auch Tipps im Bekanntenkreis, wem Sie mit Ihren Fundstücken eine Freue machen könnten.
Ab wann gilt Ihr Keller als aufgeräumt?
Wenn Sie Ihren Keller aufräumen, kommen Sie früher oder später an den Punkt, wo Sie sich fragen, wann Sie eigentlich genug Ordnung geschaffen haben.
Die Antwort ist ganz einfach: Wenn Ihr Keller so übersichtlich ist, dass Sie alles auf den ersten Blick erfassen und mit einem Handgriff erreichen können, haben Sie Ordnung. Solange sich in den Ecken des Kellers noch Kisten stapeln, von denen Sie gar nicht mehr wissen, was drin ist und wann Sie den Inhalt zum letzten Mal gebraucht haben, sind Sie mit dem Entrümpeln noch nicht fertig.
Die 10 besten Tipps für Ihr Projekt „den Keller aufräumen“
In der folgenden Liste finden Sie 10 praktische Tipps, die Ihnen helfen, beim Entrümpeln Zeit zu sparen, ein neues Ordnungssystem anzulegen und Ihre Fundstücke zu verkaufen. So gehen sie motivierter an die Arbeit und wer weiß, vielleicht wird leidenschaftliches Ausmisten mit den richtigen Tipps für Sie sogar zu einem neuen Hobby?
- Schieben Sie das Ausmisten des Kellers nicht lange vor sich her! Tragen Sie sich einen passenden Termin in Ihren Kalender ein und halten Sie diesen auch ein. So kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, sich davor zu drücken.
- Stellen Sie sich eine Kiste für Erinnerungsstücke bereit, von denen Sie sich nicht trennen möchten. Aber wirklich nur eine!
- Gönnen Sie sich den Spaß, ein Foto von Ihrem Keller zu machen, bevor Sie anfangen, Ordnung zu schaffen. Dann haben Sie etwas, worauf Sie sich freuen können: den Vergleich, wenn alles fertig ist.
- Legen Sie sich eine Liste mit Online-Portalen an, auf denen Sie kostenlose Kleinanzeigen einstellen können, damit Sie noch brauchbare Gegenstände zeitnah verkaufen können.
- Optional: Schaffen Sie vor der Aufräumaktion Platz in der Wohnung, damit Sie nicht alles im Keller sortieren müssen.
- Kümmern Sie sich bereits, bevor Sie beginnen, um ein Aufbewahrungssystem wie kostengünstige Kellerregale, in denen Sie auch beschriftete Kisten stapeln können. So einfach, wie bei einem komplett ausgeräumten Keller werden Sie es nie wieder haben, um ein funktionierendes Ordnungssystem einzuführen.
- Legen Sie für alles, was Sie beim Entrümpeln finden, verschiedene Stapel an. Alles, was Sie noch gut verkaufen können, kommt auf den einen Stapel. Alles, was Sie verschenken wollen auf den nächsten und so weiter.
- Überlegen Sie nicht lange, handeln Sie einfach. Einfach mal aus Bauch heraus. Bedenken Sie: Wenn Sie bei allen Sachen, die Ihnen vor die Füße fallen, erst lange grübeln, ob Sie sie behalten wollen, brauchen Sie sehr viel Zeit. Und es kostet Sie viel Kraft, denn das Entscheiden zieht Energie. Ordnung zu schaffen ist Ihr oberstes Ziel – bleiben Sie gedanklich da dran.
- Halten Sie sich an eine ganz einfache Regel: Alles, was Sie seit einem Jahr nicht benutzt haben, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder benutzen. Also weg damit!
- Werden Sie alles, was Sie verkaufen oder verschenken wollen, so schnell wie möglich los. So kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, in dem neuerdings so ordentlichen Keller den Platz zu nutzen, um neue Gegenstände und Kisten zu stapeln.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei, die Tiefen Ihres Kellers neu zu entdecken und Freude dabei, wenn durch das Ausmisten wieder ansehnliche Ordnung einzieht.
Ihre Ordnungsexpertin Carola Böhmig
Beste Ordnung seit 2004
