Es ist doch immer das Gleiche: Zum Aufräumen den Anfang finden und den „Schweinehund überwinden“ ist schwierig. Wie bekommt man das nur hin?
Es gibt diese klugen Spruch-Weisheiten:
- aller Anfang ist schwer
- den inneren Schweinehund überwinden
- den ersten Schritt tun
- wer A sagt muss auch B sagen
Puh. Solche Aussagen sollen uns dazu motivieren, das Chaos – sowohl das innere als auch das äußere – aufzuräumen, in neue Strukturen zu bringen und diese auch zu halten. Sie sollen uns den „Schubs“ geben. Aber klappt das …?
Warum fällt es denn vielen Menschen so schwer, den Schweinehund zu überwinden und mit dem Aufräumen zu beginnen?
Bei meinen Kundinnen erlebe ich sehr häufig eine Hemmung, fast eine Art Lähmung. Zumeist ist der Grund dafür die Angst vor dem „Nicht-weiter-kommen“, vor dem Scheitern, vor dem „Aufgeben-müssen“.
Tatsächlich kann ich als Ordnungsberaterin sogar hierbei eine große Hilfe sein; indem ich meine Erfahrung einbringe, und helfe, mit kreativen Ideen ein neues Wohlfühlgefühl zu schaffen. Oder ich rege an, funktionierende Strukturen einzuführen und gezielt Tipps zum Erhalt der neuen Ordnung zu geben. Tatsächlich reicht es oft aus, beim ersten Ausmisten einfach nur da zu sein.
Bei einer meiner Kundinnen halte ich lediglich die Taschen und Tüten auf, in die sie ihre aussortierte Kinderkleidung gibt. Mehr nicht. Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen und habe immer wieder angeboten, mit anzupacken, aber das wollte/brauchte sie nicht. „Allein, dass du hier bist, reicht mir.“ hat sie mehrfach verlauten lassen.
Das ist interessant, nicht …?
Ich möchte dir hier aber auch Tipps geben, wie es ohne Hilfe bzw. Anwesenheit einer Ordnungsexpertin klappen kann, deinen Schweinehund zu überwinden!
So überwindest du deinen Schweinehund
Beginnen solltest du ganz klein: Nimm‘ dir nicht sofort ein ganzes Zimmer vor. Und auch nicht den kompletten Kleiderschrank, sondern vorerst nur einige Regalfächer, Schubladen oder Ablagen.
Starte am besten mit Dingen, die dich gefühlsmäßig nicht berühren und daher keinen großen, emotionalen Entscheidungen bedürfen. Dazu gehören beispielsweise Medikamente, bereits geöffnete Kosmetikartikel oder Duschgels und Badezusätze. (Hierzu eine begleitende Info: Medikamente, die das MHD überschritten haben, sollten aussortiert und entsorgt werden. Kosmetika haben nicht unbedingt ein MHD, sondern einen Hinweis darauf, wie lange sie nach dem Öffnen zu benutzen sind. Ebenso verhält es sich bei Duschgelen und Badezusätzen.)
Auch das Ausmisten in der Küche dürfte dir nicht zu schwer fallen: Weg mit lange abgelaufenen Lebensmitteln und solchen, die du bereits vor Monaten gekauft und noch immer nicht verarbeitet hast.
Kleine Hürden meistern beim Ausmisten
Etwas schwieriger wird es möglicherweise bei deinen Zeitschriften. Aber mache dir das Aussortieren nicht schwerer als nötig. Wenn du gar nicht mehr weißt, warum du eine bestimmte Zeitschrift aufgehoben hast, dann versuche nicht krampfhaft, dich daran zu erinnern, indem du die Zeitschrift akribisch durchblätterst. Wäre der Inhalt für dich wirklich wichtig oder relevant für etwas, dann wüsstest du es, ganz sicher.
Eine sinnvollere Vorgehensweise als das Aufbewahren ganzer Zeitschriften, ist das Heraustrennen und Abheften der wenigen, wichtigen Artikel. Das schafft viel Platz und in Fächern oder Prospekthüllen nach Kategorien sortiert, ist auch die Übersicht da.
Ich könnte mit unzähligen kleinen Beispielen fortfahren. Es geht ja nicht darum, sofort professionell aufzuräumen. Vielleicht schaffst du es schon jetzt, „einfach mal“ anzufangen. Du hättest damit den ersten Schritt getan und die weiteren fallen dir nicht mehr ganz so schwer, glaube mir. Na, und wenn doch …? Dann sind wir Ordnungscoaches für Dich da und freuen uns, dich unterstützen zu dürfen.
Herzliche Grüße,
Angelika aus Dortmund
