Aufräumen mit Marie Kondo – die KonMari-Methode™

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Susanne Gaspar aus Berlin ist unsere „KonMariConsultant in Training“ im Team. Sie hat die Methode der entzückenden Japanerin Marie Kondo gelernt und verinnerlicht und arbeitet mit ihrem System. Welche Vorzüge dies hat, erklärt sie hier sehr überzeugend für Euch:

Umgib Dich mit dem, was Dich glücklich macht!

Vielleicht haben Sie es ja schon auf Netflix gesehen, in der Zeitung oder einem Magazin. Oder Sie haben sogar eines der Bücher gelesen. Aufräumen nach Marie Kondo ist derzeit in aller Munde. Aber worum geht es da eigentlich genau? Was ist an dieser Aufräummethode so besonders?

Zuerst einmal: Marie Kondo verspricht, dass man nur ein einziges Mal das „Aufräumfest“ nach ihrer Methode „feiern“ muss. Einmal aufräumen und dann nie wieder? Dauerhafte Ordnung? Falls Sie jetzt denken, das sei zu schön, um wahr zu sein, kann ich Sie ermutigen: Es ist durchaus so! 

Bei der KonMari-Methode™ geht es nämlich nicht einfach nur darum, Dinge irgendwie aufzuräumen oder Kleidung zu falten. Im Fokus der Methode stehen zweierlei Dinge: Das Ziel oder auch „das Warum“, und das Vorgehen nach Kategorien.

Das WARUM oder: Ihr idealer Lebensstil

Bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen, gehen Sie in sich und stellen sich Ihren idealen Lebensstil vor. Das sollte möglichst visuell sein, also entweder mit Bildern aus Zeitschriften etc, die Sie ausschneiden und als „Moodboard“ auf einem Blatt Papier aufkleben, oder auch digital, zum Beispiel auf Pinterest oder in einem digitalen Moodboard.

Wenn Sie nun also genau wissen, was Sie möchten, haben Sie Ihren Beweggrund bildlich vor Augen und können jederzeit zur Motivation darauf zurückgreifen.

Anschließend beginnt das eigentliche „Aufräumfest“.

Was ist denn nun mit dem Glück?

„Does it spark joy?“ ist die Frage, die man sich laut Marie Kondo bei jedem einzelnen Gegenstand stellen soll, also in etwa „Macht es Dir Freude?“ oder „Macht es Dich glücklich?“. Diese Frage steht in engem Zusammenhang mit dem idealen Lebensstil, den Sie sich vorher vorgestellt haben.

Als sachlicher Mensch fragen Sie sich nun vielleicht, was Sie an einem Schraubenzieher oder einer Einkaufstasche glücklich machen soll. Da muss man einen kleinen Umweg gehen: Wenn Sie der Schraubenzieher als solcher nicht glücklich macht, dann vielleicht, dass er Mittel zum Zweck ist. Ohne ihn hätten Sie das neue Regal nicht zusammenbauen oder die Schrauben am wackelnden Tisch nicht nachziehen können. Und das neue Regal oder der fest stehende Tisch wiederum machen Sie sicherlich froh! Ebenso, dass Sie Ihre Einkäufe nicht auf dem Arm nach Hause balancieren oder Geld für eine umweltschädliche Plastiktüte ausgeben müssen.

Aufräumen nach Kategorien

Die KonMari-Methode™ sieht das Ordnung schaffen nach den folgenden 5 Kategorien vor:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Dokumente
  4. Komono (japanischer Begriff, der alles umfasst, was nicht in die anderen Kategorien gehört, z.B. Küchenutensilien, Elektronik, Pflegeprodukte etc)
  5. Sentimentale Gegenstände (Fotos, Erinnerungsstücke)

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich an diese Reihenfolge halten. Der Grund dafür ist, dass man sich in der Regel von Kleidung am leichtesten, von Erinnerungen am schwersten trennen kann. Man trainiert sozusagen seinen „Entscheidungsmuskel“, bis man am Ende stark genug für die schwierigsten Entscheidungen ist.

Wie genau gehe ich bei der KonMari-Methode™ vor?

Am Anfang jeder Kategorie steht „der Haufen“. Sie beginnen mit Kleidung. Leeren Sie Ihren Kleiderschrank und tragen Sie aus allen Winkeln und Ecken Ihres Zuhauses sämtliche Kleidungsstücke zusammen, die Sie besitzen, also auch aus der Garderobe, Sporttaschen, dem Auto, Badezimmer etc. Stapeln sie die Sachen auf Ihrem Bett oder dem Fußboden. 

Der Sinn dabei ist es, dass Sie einen vollständigen Überblick darüber erhalten, was und wieviel Sie besitzen.

Dann nehmen Sie jedes einzelne Kleidungsstück in die Hand. Entscheiden Sie: Macht es mir Freude? Wenn Sie unsicher sind, dürfen Sie es auch anprobieren. Fragen Sie sich: Wann habe ich es das letzte Mal getragen? Passt es zu meinem idealen Lebensstil? Ist es in gutem Zustand?

Sortieren Sie in zwei Stapel: Was bleibt und was Sie gehen lassen. Die Dinge, die Sie weggeben, räumen Sie sorgfältig und ordentlich in einen Sack und Karton und bedanken sich bei ihnen – mehr dazu später.

So gehen Sie bei jeder der Kategorien vor. Sind einzelne Kategorien zu groß für eine Sitzung, können Sie in Unterkategorien aufteilen. In der Küche zum Beispiel in Kochutensilien, Dinge, die zum Essen benötigt werden (Besteck und Geschirr), und Lebensmittel.

Erst Aussortieren, dann wieder einräumen!

Während des Aufräumens sollten Sie nicht zwischendurch beginnen, Schränke wieder einzuräumen. Um sinnvoll einräumen zu können, benötigen Sie einen genauen Überblick darüber, was in den Schrank hineinmuss. Also erst das Aussortieren beenden, dann den Schrank wieder einräumen. Die wichtigsten Kriterien sind, dass Ihre Sachen übersichtlich, leicht erreichbar und respektvoll untergebracht sind. Außerdem sollte Gleiches mit Gleichem verstaut sein, also alle T-Shirts in einer Schublade, alle Batterien im selben Fach und alle Taschen in einem Schrank.

Den Dingen danken und sie „respektvoll“ verstauen?

Diese oben erwähnten Handlungen haben einen kulturellen Hintergrund. In der japanischen Kultur, aus der Marie Kondo kommt, wird den Dingen eine Seele zugesprochen. Daher ist es besonders wichtig, dass man sie mit Respekt behandelt. Aus ganz praktischer Sicht kann das auch nicht schaden, denn was Sie sorgfältig gebrauchen und verstauen, macht Ihnen länger Freude und bleibt in gutem Zustand.

Sich bei Dingen zu bedanken, das mutet seltsam an. Wenn man zum Beispiel eine Hose in den Sack für die Kleiderspende steckt, soll man dies sorgfältig tun und ihr danken. Schließlich hat sie einen eine Weile begleitet und bekleidet und somit einen Dienst erwiesen. Auch ein ungetragenes Kleidungsstück hat das: Man hat vielleicht beim Kauf Freude empfunden oder von ihm gelernt, welchen Schnitt man nicht mag. Ganz ehrlich, auch mir erschien das erst einmal sehr merkwürdig. Aber es erleichtert einem in der Tat das Loslassen. Probieren Sie es einfach mal aus!

Das Geheimnis für dauerhafte Ordnung

Hier kommt die bekannte Faltmethode ins Spiel. Marie Kondo rät, alles, auch Kleidung, aufrechtstehend aufzubewahren. Das hat ganz praktische Gründe: So sehen Sie alles auf einen Blick, aber vor allem können Sie alles herausnehmen, ohne in Stapeln zu wühlen, andere Gegenstände wegräumen zu müssen oder den Schrank durcheinanderzubringen. Alles hat seinen festen Platz, und beim Wegräumen wird es so auch einfacher, denn es muss nichts gequetscht oder gestopft werden. Und: Sie sparen Platz!

Dies gilt aber nicht nur im Kleiderschrank: Auch Bücher, DVDs und generell alles, was aufrecht stehend aufbewahrt werden kann, sollte so untergebracht sein. Eine Ausnahme sind Teller und Handtücher: Wenn diese alle gleich und im Schrank gut erreichbar sind, dürfen sie gestapelt werden. 

Im Internet finden sich viele Videos und Anleitungen zum Falten nach Marie Kondo.

Fazit: Wirklich nur einmal aufräumen!

Wenn Sie Ihr Zuhause nun vollständig „konmaried“ haben, also das „Aufräumfest“ komplett bis zum Ende durchgeführt haben, sollten Sie nur noch von Dingen umgeben sein, die Sie glücklich machen und die Ihren idealen Lebensstil unterstützen. Ihre Denkweise wird sich dadurch ändern, wenn es um Neuanschaffungen geht. Sie fragen sich automatisch, ob diese neue Sache in Ihr Leben passt, Sie glücklich macht, zu Ihrem Lebensstil gehört. Dadurch lassen Sie weniger „Krempel“ und Unnützes in Ihr Leben und Ihr Zuhause. Sie entscheiden schnell, wenn etwas Ihnen keine Freude mehr macht und es Zeit ist, es gehen zu lassen, und tun das dann auch. Zusammen mit der Aufbewahrungsmethode ergibt sich ganz realistisch, dass Sie nie wieder ausmisten müssen!

Ganbatte kudasai, Susanne Gaspar

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